Gassentheater - 40 Jahre Theater
Nachdem in der kath. Kirchengemeinde schon immer, aber nicht regemäßig, Theater gespielt wurde, keimte 1978 die Idee, eine feste Theatergruppe zu bilden. So geschah es, und von einem Kreis theaterbegeisterter Akteure wurde das “Gassentheater” aus der Taufe gehoben. Gassentheater deshalb, weil das kath. Gemeindezentrum, also unser künfigtes Schauspielhaus, in der Pfarrgasse liegt. Und die Pfarrgasse wird hier immer einfach nur als “Gasse” genannt. Im Aptil 1979 trat also das neugegründete “Gassentheater” mit dem Schwanz “Das Wunder des Heiligen Fliran” zum ersten Mal auf. Es wurde gleich ein voller Erfolg und künftig waren Auftritte jeweils im Frühjahr und Herbst geplant.
Wolfgang Köhler wurde der erste Vorstand und Peter Kruse sein Stellvertreter. Beide bleiben sit 2007 im Amt und übergaben ihre Tätigkeit dann an Uwe Günter und Carolin Bodmer.
Elisabeth Baur wurde Kassiererin und ist es bi heute. Hilde Hengstler als längjährige Souffleuse schon aus dem altenn Pfarrheim bekannt, hat uns über viele Stolperer und Hänger hinweg manövriert und war als unser Faktotum gar nicht mehr wegzudenken.
Legendär waren die jeweiligen Auftritte von cilli Hengstler, Rosemarie Renz, Roland Krieser und, und, und,
Vieles hat sich seit dem Gründungsjahr getan. Viele Talente kamen und gingen (die Frauen heirateten und lassen die Heimat und manche zieht es beruflich in fremde Gefilde). Einige feierten inzwischen wieder ihr Comeback, nachdem die eigenen Kinder flügge waren.
Mehr als fünzig Mal ist das “Gassentheater” seit seiner Gründung mit eigenen abendfüllenden Veranstaltungen aufgetreten. Dazu kamen Auftritte bei den Fasnetveranstaltungen der kaht. Pfarrgemeinde, bei Vereinsanlässen und privaten Feiern. Auch in der Nachbargemeinde Dauchingen wurden Gastspiele absolviert.
In der Hauptsache stehen Komödien, Lustspiele und Schwänke auf dem Spielplan. Unser Publikum freut sich auf unbeschwerte und humorvolle Stunden in hieseiger Mundart.
Dass die Truppe aber auch ander kann, hat sich schon mehrfach bewiesen. Krimis (Das Haus im Moor), Märchen (Räuber Hotzenplotz) und ernsthafte Stücke wieder der “Jedermann” standen schon auf dem Programm. Moderne Boulevardkomödien wie “Boeing, Boing” oder “Liebling, ich bin da” wurde von der Truppe bravourös in Szene gesetzt. und zur Freude des Publikums, auch dies umgetextet in Deißlinger Mundart.
Etliche Straßenfeger wurden, weil von den Fans gewünscht, nach Jahren erneut zur Aufführung gebracht. Jünstes Beispiel war 2018 das Stück “Liebe mit Blechschaden”, welches bereits 2006 erstmals ein Renner war.
Unbestrittener Höhepunkt war 2002 die 1200-Jahr-Feier unserer Gemeinde. Das “Gassentheater” holte sich mit Paul Siemt einen Profi als Regisseur und baute mit ihm zusammen aus unserer Heimatsage “Grauf Aubert von Calw” ein komplett neues Schauspiel, ohn den Kern zu verändern. Die mehrfache Aufführung in der Festhalle wurde, auch über unsere Grenzen hinaus, ein voller Erfolg! Zwölf Jahre später, zur Feier “40 Jahre Zusammenschluss Deißlingen und Lauffen”, kam Frag Aubert nochmals zur Aufführung.
Diesmal als Freilufttheater auf dem Kehlhof (die Festhalle stand wegen geplantem Umbau nicht zur Verfügung), ein Novum in Deißlingen.
Da nicht mehr alle Akteure von 2002 zu Verfügung standen, wurden auch Talente vom Lauffener Dorftheater sowie Musiker aus Lauffen und Dauchingen hinzugezogen. Den Neuen mussten ihre Rollen wieder maßgeschneidert werden, aber auch diesmal wurden alle Klippen mit Paul Siemt erfolgreich umschifft. Sogar Hilde Hengstler trat mit über 90 Jahren nochmal auf, und die Aufführungen brachten wiederum (einmal sogar bei strömendem Regen) viel Beifall.
Im kath. Gemeindezentrum muss die Bühne jedes Mal neu aufgebaut werden. Die Kulissen wurden selbst gebaut und werdenim Haus aufbewahrt. Auch private Mögelstücke werden zeitweise ausgeliehen. Ein umfangreicher Fundus an Kostümen und Ausstätttung hat sich in all den Jahren angesammelt. Nach der jeweils letzten Aufführung wird alles mit einem großen Kraftakt wieder abgebaut und weggeräumt. Zwei Stunden, nachdem sich der Vorhang zum letzten Mal geshclossen hat, sind die Bretter, die die Welt bedeuten, komplett verschwunden und die Truppe trifft isch irgendwo zu einem verdienten Abschlussessen …
So hat sich das “Gassentheater” Deißlingen inzwischen zu einer festen Größe im hieseigen Vereinsleben entwickelt und hat viele treue Fans im Ort und darüber hinaus. Um die 800 Besucher kommen regelmäßig zu unseren jeweils vier Auftritten pro Theaterstück. Besonders beliebt ist die Tatsache, dass schon immer nummerierte Plätze im Voverkauf erstanden werden konnten.
Nach vielen Experimenten geht dieser inzwischen recht reibungslos über die Bühne. Der Theaterbesuch findet dann entspannt statt, weiß doch jeder, sein Platz ist ihm sicher.
In der Regel sind unsere Veranstaltungen bewirtet, wobei dies inzwischen von verschiedenen Vereinen und Gruppierungen in Eigenregie absolviert wird.
Das “Gassentheater” betratet sich als Teil der katholilschen Pfarrgemeinde. Es wurde in den letzten Jahren große Teile der Beleuchtungsanlage sowie der Austausch der Bühnenpaletten finanziert. Mit einem Teil der Einnahmen werden regelmäßig bedürftige soziale Einrichtungen und Objekte unterstützt.
Unsere Wünsche für die Zukunft:
Neue Kulissen, eine neue Tontechnikausstattung und nicht zuletzt genug Nachwuchs, um die bisherige erfolgreiche Theaterarbeit fortführen zu können.
Wir sind Mitglied im Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) und im Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg.
Übrigens.:
Neue Mitglieder bei uns müssen nicht unbedingt katholisch, jung oder besonders schön sein (das ist aber auch kein Hindernis ;-)). Nur ein wenig Talent und Spaß an einer netten Gemeinschaft wäre nicht schlecht.
Geschickte Handwerker oder Techniker sind auch gefragt, die sich nebenher auch mal als Statisten einsetzen lassen …
Text: Wolfgang Köhler
Bilder: Uwe Günter













